Č kn T 19% - Cugolh . A
Ueber einige von Dr. I. Buresch in T
gesammelte Diplopoden. TION
2. Aufsatz.‘) f>
von D-r K. W. Verhoeff in Pasing bei München, ~ game a O
dazu 10 Abbildungen. =, S
Bbpxy HbkONKO CBÖPaHH oTb M-p» He. Bypemb———
Bb Bpnrapus Diplopoda.
I crarua.
otb D-r K. Verhoeff.
I. GLEMÖRIS-ARTEN.
1. Glomeris (Eurypleuromeris) bureschi n. sp,
d 12—17 mm. & 12—15!/, mm. lg.
Collum mit 2 kräftigen Querfurchen.
Brustschild meistens mit 2-+1, seltener mit 2-+2° Furchen.
Präanalschild des g” deutlich ausgebuchtet, des % nicht
oder nur schwach,
Erinnert im Allgemeinen sehr an Glomeris transalpina Koch,
unterscheidet sich aber von dieser leicht einerseits durch die
Brustschildfurchen und andererseits durch die Zeichnung, nament-
lich die ungewöhnlich breit aufgehellten Seitenlappen fast aller
Tergite.
Grundfarbe schwarz, alle Tergite (mit Ausnahme des Collum)
mit breiten ziegelroten bis gelbroten Hinterrändern, ebenso ge-
färbt in sehr breiten Ausdehnung die ganzen Seitenlappen.
Collum nur mit schmalem rötiichem Hinterrande. Am Brustschild
reichen die hellen Seitenteile ungefähr bis in die Höhe des Vor-
derrandes des Collum, sind aber vorn innen erweitert, sodass
auch hinter dem Vorderrand ein gelbroter Querstieifen durchzieht.
Präanalschild in der Vorderhälfte schwarz, in der Hinter-
hälfte g=lbrot, doch ragt das Schwarze in der Mitte dreieckig
meistens nach hinten vor, ohne jedoch den Hinterrand zu errei-
chen, seltener fehlt de dreieckige Erweiterung, sodass das
Schwarze auf die Vorderhälfte beschränkt ist.
1) Der 1. Aufsatz ist in den Arbeiten d. Bulg. Naturforsch Gesell.
Bd. XII. 1926, S. 67—78 erschienen.
Hss. na Bbnir. Entom. D-B0 13
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Wo $ |
NV rcin.org.pl
194
Das 4. Tergit ist entschieden nach dem Eurypleuromeris-
Typus gebaut, hinsichtlich dessen ich auf meinen 91, Diplopoden-
Aufsatz verweise, Chilognathen Studien im Archiv f. Naturgesch.
Berlin 1920, 86. J., Abt. A.
Das Hinterfeld des 4. Tergit ist reichlich 217, mal länger als
das Vorderfeld, am Scheitelpunkt der Grenzfurche, welche hinter
dem abgerundeten Vorderende der Seitenlappen ausläuft, sind
vorn fast rechte Winkel gebildet. Im Hinterfeld verlaufen 2
Furchen, eine abgekürzte vordere und eine lange sehr schräge,
welche weit innen von der Grenzfurche herkommt.
Alle Beinpaare, auch das 17. und 18., sowie die Telopoden
dər Männchen sind grauschwarz und reichlich pigmentiert.
Der Syncoxitwinkel am 18. Beinpaar des & sehr tief und
fast rechtwinkelig ausgeschnitten, Präfemur innen mit kräftigem,
borstentragendem Zapfen,
Telopoden vom typischen Bau der connexı-Gruppe, der
Griffel des Präfemur lang und fast gerade, Femur aussen in
gleichmässidem Bogen herausgewöllt, Tarsus hakig gebogen. Syn-
coxitlappen abgerunden, entschieden niedriger als die Syncoxit-
foftsätze, welche innen beborstet, am Ende zugespitzt und vor
dem Ende mit Nebenläppchen versshen sind.
Vorkommen. Die Art scheint ein Charactertier von Thra-
zien und Südost-Bulgarien zu sein. Sie wurde von Dr. Buresch
bei Xanthi (26. IV.), östlich von Dedeagatsch bei Station Badoma
(10. IV.), im Strandscha-Gebirge bei Malko-Tirnovo in Südost-Bul-
garien (3. V.) und in Haskowo bei Kajadschik (12. V.) gesammelt.
Die tiere des letzten Platzes besitzen statt der gelbroten gelb-
lichweisse Binden und Seitenlappen, stimmen aber sonts in jeder
Hinsicht mit den übrigen Individuen überein.
Anmerkung: In Abb. 97 seines bekannten colorirten
Tafelwerkes bildete C. L. Koch 1863 eine bischer noch niemals
wiedergefundene und hinsichtlich ihres Vaterlandes unbenkannte
Clomeris cingulata ab, welche in der Zeichnung etwas
an G. Bureschi erinnert. Da sie 1+2 Brustschildfurchen besitzt,
von welchen aber die mittlere nur wenig unterbrochen ist,
sodass diesen Tier vielleicht sonts 2+1 Furchen zukommen,
erinnert sie auch in dieser Hinsicht an vorliegend: Art.
Trotzdem kann G. bureschi, auch wann wir ein Ueberein-
stimmen hinsichtlich der Brustschildfurchen annehmen. wollten,
nicht mit cingulata vereinigt werden, weil sich letztere unter-
scheidet:
1. durch drei Collumfurchen,
2. durch gelbe Hinterrandstreifen hinter den roten und
3. durch den Mangel der breiten Seitenlappenbinden. Am
Brustschild ist zwar der rötliche Hinterand oberhalb des Schismas
erweitert, aber diese Aufhellung fehlt in der eg also
vor dem Schisma.
Ueber das der cingilata ist nichts bekannt,
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195
In meinem 40. Diplopoden-Äufsatz, Jahreshefte Ver. vat.
Nat. Würtemberg, Stuttgart 1911, habe ich in dem Artenschlüs-
sel der Gattung Glomeris auf S. 112, als 27. Art die cingulata
aufgeführt. An dieser Stelle, also in der ansa pina Gruppe, ist
auch bureschi einzustellen.
2 Clomeris hexasticha Bra genuina Verh.
Im Kuru-Dagh S. O. Thraziens sammelte Dr. Buresch 2 g,
1 2 (2. V.) Gl. hexasticha Bra. (? subsp.) je 1g” lagen vor vom
Witosch bei Dragalewtzi- -Kloster 950 m. Höhe und aus der Höhle
bei Berende Iswor in West-Bulgarien (18. IX.), von Dr. Buresch
aufgefunden.
3. Glomeris sp.
Zwei sehr blasse und vermutlich stark verblichene, daher
in ihrer Zeichnung nicht mehr genügend zu beurteilende 9 von
9!/, mm. Lg. mit 1+2 und 2—2 Brustschildfurchen stammen aus
dem Rhodope-Gebirge bei Tschepelare 1000 m. Höhe, 23. VII
Vermutlich handelt es sich um eine noch unbenkanmnte Art.
4, Glomeris norica Latzel.
Im trockenen Gang der Wodnata Peschtera bei Tzerovo im
Isker-Defile fand Dr. Buresch (|. Ill.) 2 f von 9%, mm. und
1012. mm. Lg. Das eine derselben ist von fast typischer Beschaf-
fenheit: Brustschild mit 2+1 Furche, das 6. und 7. Tergit mit
grossen, das. 4. und 5. mit kleinen Flecken. Als var. vodna-
tensis m. möge dıs andere g” hervorgehoben werden. Es be-
sitzt 1+2 Brustschildfurchen und ist völlig schwarz, nur am
Brustschild, Präanalschild und 7. Tergit finden sich Spuren von
Flecken.
Il. LYSIOPETALIDAE.
1. Brölemannia, Subgenus Bulgaropetalum n. subg.
Die Gattung Brölemannia wurde von mir zuerst aufgestellt
in Escherichs zoologischen Erg:bnissen einer Reise nach Klein-
asien, Archiv f. Naturg. Berlin 1896, Bd. I, H. 1, S. 21. Sie
galt jedoch zunächst noch als Untergattung von Lysiopetalum
und erhielt eine Diagnose, welche ich später völlig umgearbeitet
habe. Mehrere andere kleinasiatische Formen beschrieb ich 1898
in meinen „Diplopoden aus Kleinasien“, Verh. zool. botan. Ges,
Wien. Im Zusammanhang mit den übrigen Gattungen und Un-
tergattungen der Lysiopetaäliden wurde Brölemannia in das
System eingeordnet in meinem X Aufsatz, zcolog. Jahrbü-
cher, 13. Bd, 1. H. 1900, S: 51. Die neue dort beigebrachte
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Characteristik wurde erweitert und vervollständigt 1910 in mei-
nam 31.—35. Aufsatz über Diplopoden, Nova Acta, Abhandl.
Kaiserl. Deutsch. Academie der Naturforscher, Halle, Bd. XCII
N. 2, S. 401, woselbst diese Gruppe zugleich den Character ei-
ner eigenen Gattung erhielt. Für die beiden Gattungen Lysiope-
talum und Brölemannia gab ich die folgenden Diagnosen, welche
hier noch etwas ergänzt werden:
a. Am Rücken zwischen den Foramina wechseln stärkere
Ripren mit Borste am Hinterende und schwächere ohne
solche Borste regelmässig ab, namentlich die stärkeren
sind kantig erhoben. alle durch breite Zwischenräume
getrennt. Diesse Zwischenräume sind auch dann
sehr deutlich, wenn die Grössenunterschiede zwi-
schen den Rippen gering sind. Unterhalb der Fo-
ramina werden die Rippen schnell abgeschwächt zu
Furchen, welche durch weite Zwischenräume getrennt
sind. Es sind aber unterhalb der Foramina auch noch
entschiedene Rippen vorhanden. Schaft des Gonopoden-
Telopodit ohne taden- keulen-oder spiessartigen Anhang.
Präanalsegment versteckt liegend:
Lysiopetalum (Brandt) Verh. (Untergattungen Lysio-
petalum und Acanthopetalum Verh.).
b. Am Rücken zwischen den Foramina finden sich abge-
plattete, schmale Längswülste, welche so dicht stehen,
dass zwischen ihnen keine durchlaufenden Zwischen-
räume mehr übrig geblieben sind, Nur vor dem Hin-
terrande konvergieren die die Längswülste umgebenden
Furchen etwas, sodass hier kleine Zwischenräume ent-
stehen und somit auch ein Anklang an die Fingerwülste
gegeben ist. Unterhalb der Foramina finden sich nur
Längsfurchen, welche durch breite Zwischenräume ge-
trennt sind, aber keine Rippen. Schaft des Gonopoden-
Telopodit mit einem faden- keulen- oder spiessartigen
Anhang. Präanalsegment deutlich vorragend:
Brölemannia Verhoeff. (Untergattungen Brölemannia
Verh. und wahrscheinlich auch Syriopetalum Verh.)
Hinsichtlich Syriopetalum rufolineatum Por. sei auf meinen 93.
Diplopoden-Aufsatz zur Kenntniss der Palästina-Chilognathen ver-
wiesen, Archiv f. Nat. 89. J.,-Abt. A, 4. H., Berlin 1923. Von
Syriopetalum ist das Männcher noch unbekannt, weshalb auch
a Stellung dieser Gruppe noch nicht genügend geklärf werden
onnte,
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Die Gattung Brölemannia war bisher aus Europa noch
nicht bekannt, weshalb ihr Auftreten in Bulgarien von hervorra-
gendem Interess= ist, umsomehr ais die nachfolgende neue Art
den Wert einer Untergattung darstellt, deren Verhältnis zu Brö-
lemannia s. str. folgende Uebersicht erläutert:
Brölemannia s. str.
Präanalsegment nicht län-
ger als das vorhergehende.
Stirn des g” ausgehöhlt und
kräftig punktiert, aber ohne
Längsrunzeln. Schaft der Go-
nopoden-Telopodite mit einem
Fadenanhang, d. h. mit einem
keuligen, gegen den Grund
stark verdünnten und biegsa-
men langen Fortsatz. Endkeule
der Gonopoden ohne vogel-
kopfartigen Nebenast, Coxal-
horn nicht säbelig gebogen
und ohne Dornen.
Bulgaropetalum n. subg.
Präanalsegment 1'/, mal
länger als das vorhergehende.
Stirn des g” ausgehöhlt und
kräftig punktiert, aber ausser-
dem noch mit kräftigen und
unregelmässigen Längs -und
Schrägrunzeln. Schaft der Go-
nopoden statt des Fadenan-
hanges mit einem langen und
festen, lanzenartigen Fortsatz
(f. Abb. 2) Endkeule der Go-
nopoden mit einem zurückge-
bogenen, vogelkopfartigen Ne-
benast, (av Abb. 1). Coxal-
horn (Abb. 3) säbelig gebo-
gen und mit drei zurückge-
krümmten Dornen in der con-
caven Bucht.
Brölemannia (Bulgaropetalum) bulgaricum n. sp.
d von 84 mm. Länge mit 49 Rumpfringen, 5 mm. breit.
j: g » 65 n » » 48 »
E YS ei »
Körper graugelblich, nur die Hinterränder der Ringe schmal
dunkel braun gesäumt. Beine graugelb, nur die Gelenke vor
Tarsus und Tibia dunkel gefleckt. Ocellen schwarz, in grossem
Dreieck, beim æ” 43, nämlich 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 7.
Körper ziemlich glänzend. Antennen sehr lang. Hinterrän-
der der Rumdfringe mit ziemlich kurzen, meistens abgesto-
ssenen Borsten, ausserdem das Collum und 2.—4. Pleurotergit
hinter der Mitte mit einer Querreihe steiler Borsten.
Collum in der Hinterhälfte deutlich längsgefurcht, in den
Seiten mit einer stärkeren, bis zum Vorderrand durchziehenden
Falte, welche einen dreieckigen Seitenlappen abgrenzt. Die fla-
chen abgeplatteten und dicht gedrängten Längsrippen sind in
der Vorderhälfte des Rumpfes mehr als Längswülste zu bezei-
chnen und zwar oberhalb der Foramina. Unterhalb derselben
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198
sind die Flanken flach und weitschichtig längsgefurcht. Längs-
wülste‘ des Rückens meistens recht breit, zwischen ihnen hier
und da auch schmale, welche zum Teil abgekürzt; paramedian
inner schmale Wülste,
Die grossen Foramina zwischen zwei Längsfurchen gelegen,
gewöhnlich der oberen genähert, bisweilen sie unterbrechend.
In der Hinterhälfte des Rumpfes sind die Längswülste etwas er-
habener, also mehr rippenartig.
Bis zum 45. Ring (/') sind die Foramina kräftig ausge-
prägt, d. h. als deutliche Gruben; am 46. und 47. erscheinen sie
nur als kleine Punkte und am 48. Ring fehlen sie vollständig.
Präanalsegment oben körnig und weit vorragend, 11/, mal län-
ger als vorhergenende Pleurotergit. |
Tarsus am 1.—3. Beinpaar ungegliedert, vom 4, Beinpaar
angefangen wid er hinter der Mitte aussen durch ein Gelenk
zweigliedrig. Krallen lang, schlank und spitz.
Vordere Beinpaare des g” abgesehen von den bekannten,
aus zahlıeichen Stiften bestehenden Polstern ohne besondere
Auszeichnung. Am 3. Beinpaar fehlen die Polster, am 4,—7.
sind sie auf den Tarsus beschränkt und aın 8. Beinpaär finden
sie Sich an Tarsus, Tibia und Postfemur.
Coxa des 8. Beinpaares am Ende fast abgestutzt, dicht be-
borstet und innen mit einigen glasigen Höckerchen besetzt. Am
7. Beinpaar die Coxa am Ende gewölbt, beborstet und ohne
Höckerchen.
Die Gonopoden (Abb. 1—3) sind vor denen der Unter-
gattung Brölemannia durch die oben schon genannten Cha-
raktere auffalend ausgezeichnet. Der hinter der Basis des Femur-
äbschnittes abgehende Nebenast (f. Abb. 2) ist sehr lang ger-
rade und lanzenarlig zugespitzt, im Enddrittel etwas keulig ver-
dickt. Die Endhälfte des schlanken Femurabschnittes ist wieder
durch den bekannten Seitenzahn (z Abb. 1) ausgezeichnet und
besitzt am Ende eine wie der grösste Teil der Gonopoden-End-
keule schwärzlich pigmentirte Geweihbildung, welche aus
zwei AMesten besteht, einem länglichen, schwach g=zähnelten,
welcher dicht an den Femoralabschmitt angebrückt ist (g) und
einem kürzeren, vogelkopfartigen (av), Am Grunde des länglichen
Astes bemerkt man jederseits ein vorragendes Zähnchen (d und
e). Ein breiter querer Postfemoralabschmitt ragt einerseits in ei-
nen starken, breit abgerundeten Lappen vor (la), anderseits und
in entgegengesetzter Richtung ist er in einen zweispitzigen K a-
nalast (ka) ausgezogen. Der zum Teil glasig helle Tibiotarsus
(mg) ist nur unvollständig vom vorigen Abschnit abgesetzt und
ha neben dem Kanalast in einen zurückgebogenen Haken
vor (h).
Das Sternit der Gonopoden bildet eine grosse, ziemlich
flache, am Endrand breit abgerundete und im mittleren Drittel
abgestutzte Platte.
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Die Gonopoden-Coxite stossen in der Mediane mit beil-
förmigen, am Endrande dunkel pigmentirten Lappen breit
an einander und diese Teile liegen zugleich tiefer als das
Hauptstück der Coxite. Letzteres besitzt imer einen. dicken,
buschelartig stark beborsteten und ebenfalls dunkel pigmen-
titten Wulst und zwischen diesem und dem Beillappen einen
ebenfalls lang beborsteten Nebenhöcker. Das Hauptstück der
Coxite umgiebt natürlich manschettenartig das Telopodit, welches
mit seinem Schafte tief in ihm eingesenkt sitzt. Der Vorderrand
zeigt eine der Bewegung des Telopodit dienende Ausbuchtung.
Aussen ragt das Coxit in ein mächtiges, nach vorn geneigtes
Hüfthorn heraus, dessen Basis ausserordentlich breit, während
es in der Endhälfte (Abb. 3) säbelartig verdünnt und gebogen,
am Ende stark gekrümmt und imer mit 3—4 spitzen Haken
bewehrt ist.
Vorkommen: Am 10.X.25 wurden die drei oben er-
wähnten Individuen von S. M. König’ Boris gesammelt im
Schlossparke Euxinograd bei Varna.
2..Brölemannia n. sp.
Ein 9 von 66 mm. Länge mit 56 Rumpfringen am 8. VII. 25
von Dr. Buresch beim Dorfe Iskretz (Bezirk Sofia) gesam-
melt scheint einer noch unbekannten Art anzugehören.
3. Himatiopetalum n. sp.
Bekanntlich ist der einzige Vertreter dieser Gattung, ict e-
ricum (Koch) Verh. bisher mit Sicherheit nur von der Insel
Corfu bekannt. Um so erfreulicher war es, dass von Euxino-
grad bei Varna ein 2 dieser Gattung von 48 mm. Länge mit 46
Rumpfringen vorliegt, welches vermutlich einer unbekannten Art
angehört. Ob das Tier erwachsen ist, bleibt noch fraglich. Es
besitzt wie ictericum starke Hauptrippen und feine Neben-
rippen, aber die Rippen sind nicht ganz so stark wie bei jener
Art. Die Foramina erscheinen etwas kleiner, zeigen aber die
gteiche Lage.
II. LEPTODESMUS.
Das Auftreten der Gattung Leptodesmus im Südosten
der Balkanhalbinsel gehört ebenso wie das der vorigen Gattung
Brölemannia zu den wichtigen zoogeographischen
Zeugnissen einer nahen Verwandtschaft der bulgarisch-
thracischen Fauna mit derjenigen Kleinasiens.
C. L. Koch beschrieb 1863 in seinem bekannten colorir-
ten Tafelwerk Die Myriapoden einen „Oxyurus“ vesti-
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200
tus Koch mit der ungenauen Vaterlandsangabe „Kleinasien“.
Attems hat in seinem Werke System der Polydesmiden,
Wien 1899 von den Dardanellen einen Leptodesmus ves-
titus Att. beschrieben welchen er mit jenem Tiere Kochs
identificirt.
Er beschreibt S. 175 im I. Bande die Färbung des ves-
titus also: „Die Farbe ist nicht mehr deutlich erkennbar, weil
die Tiere offenbar durch langes Liegen im Alcohol verblasst
sind, sie sind weisslichgelb, der Rücken scheint bräunlich gewe-
sen zu sein mit einem hellen Querfleck auf der hinteren Hälfte
der Metazonite. Kiele heller als der Rücken“,
Es unterliegt gar keinem Zweifel; dass die Tiere welche
mir aus Thracien vorgelegen haben, wenigstens artlich mit dem
vestitus Att. übereinstimmen. Auch die von mir in Abb. 4
dargestellten Gonopoden stimmen mit Attems Abb. 134
wenigstens soweit überein, dass an einer nahen Verwandtschaft
kein Zweifel bestehen kann. Die Gonopoden meines thracius
unterscheiden sich jedoch von dem vestitus Att. daruch, dass:
1. die Grund- und Endhälften ganz allmählig in einander
übergehen, während dem vestitus eine scharfe Grenze beider
Abschnitte zukommen soll,
2. das Ende des Grundabschnittes nach innen stark gegen
den Endabschnitt vorspringt, wobei jedoch zu berücksichtigen
ist, dass diese Vorragung stärker oder s:hwächer erscheint je
nach der Richtung in welcher die Gonopoden betrachtet werden.
(Bei vestitus fehlt diese Vorragung dagegen völlig).
3. ist der Grundabschnitt meiner Form aussen völlig ge-
wölbt, während er bei vestitus in stumpfem Winkel vor-
ragt und,
4, zeigt der Endabschnitt einen schlankeren Bau.
Die Abb. 134 von Attems macht jedoch keinen beson-
ders genauen Eindruck und deshalb kann dieser Vergleich keinen
sicheren Entscheid geben.
Vorläufig bezeichne ich die mir vorliegenden thracischen
Tiere als Zepfodesmus vestitus thracius n. subsp. (Abb 4) Da
die Zeichnung des vestitus Attems so gut wie unbekannt ist,
der vestitus Koch dagegen hinsichtlich seiner Gonopoden
unbekannt, so kann auch ich meinen thracius mit dem erste-
ren nur hinsichtlich der Gonopoden vergleichen, was soeben be-
reits geschehen ist und den letzteren nur hinsichtlich der Zei-
chnung. Für diese will ich aber folgende Gegenübestellung
geben, unter Benützung von Kochs Abb.9:
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vestitus Koch
„Das ganze Tier rotbraun,
stark aufs Weinrote ziehend,
auf dem Halsschild am Vor-
derrand ein grösserer Fleck
und hinter diesem am Hin-
terrande ein kleinerer, auf
allen folgenden Ringen am
Hinterraıde ein Mittelfleck
und an den Hinterrandswin-
keln aller Ringe ein Seiten-
fleck schön gelb, die Rücken-
flecke von halbrunder oder
dreieckiger Form, die Seiten-
flecke mehr rundlich und et-
was grösser als diese. Die
Beine bräunlich weinrot“.
Collum mit vier gelben
Flecken und zwar zwei klei-
nen dreieckigen mitt-
leren, welche weit von
einander entfert blei-
ben, während die seitlichen
kaum halb so breit sind wie
die trennende dunkle Grund-
farbe.
1
201
thracius m.
Grundfarbe gelbbraun bis
rostbraun am Rücken, jedes
Tergit mit. drei schwefelgel-
ben Flecken in der von Koch
gezeichneten Anordnung, aber
diese Flecke sind durchge-
hends erheblich grös-
ser, Wänrend bei vestitus
der dunkle Zwischenraum
zwischen mittlerem und seit-
lichen Flecken jederseits viel
breiter ist als die Flecke selbst,
ist er hier ungefähr. so breit
wie die fast halbkreisförmi-
gen Mittelflecke. Am. auffal-
lendsten ist der Unterschied
am Collum, denn diese be-
sitzt überhaupt nur drei
Flecke, da die beiden mittle-
ren zueiner pilzförmigen
Längsbinde verwachsen
sind, die seitlichen aber et-
was breiter als die trennende
dunkle Grundfarbe,
Beine gelbbraun.
Da alle mir vorliegenden thracius in der angegebenen
Zeichnung, besonders auch in der charakteristischen pilzförmi-
gen Binde des Collum vollkommen übereinstimmen, so ist es
leicht möglich, dass der vestitus Koch eine ganz andere Art
bedeutet. Hierüber können aber nur die Gonopoden kleinasia-
tischer Männchen entschieden.
Im östlichen Mittelmergebiet ist noch eine weitere Lepto-
desmus-Art bekannt geworden, nämlich der L. cyprius
Humbert. Es unterliegt keinem Zweifel dass vestitus, thra-
cius und cyprius innerhalb der Gattung Leptodesmus
eine natürliche Untergattung bilden, welche ich als,
Asiodesmus n. subg.
zusammenfasse, charakterisirt:
1. durch die äusserst einfachen, unverzweig-
ten Telopodite der Gonopoden,
2. durch die fast glatten Tergite,
3. durch die schmalen und ganz allmählig von vorn nach
hinten verbreiterten Seitenwülste der Seitenflügel,
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202
4. durch die einfachen Sternite und
5.. durch das einfache 2. Beinpaar der Männchen.
L. cyprius einerseits und vestitus, Att. sowie thra-
cius m. anderseits sind durch die Gonopoden scharf unter-
schieden, da dieselben bei der ersten Art durch eine lange
Zähnchensäge auffallend ausgezeichnet sind.
Da hinsichtlich der Rumpfgestalt noch kein gründlicher
Vergleich zwischen cyprius und vestitus angestellt worden
ist, gebe ich folgende Gegenüberstellung:
L. cyprius Humbert L, thracius m.
Präanaler Fortsatz oben ; Präanaler Fortsatz oben im
leicht concav, fast gerade : Bogen gewölbt, hinten ent-
nach hinten vorragend. Rand- schieden herabgekrümmt. Die
wülste auch an den Seitenflü- Randwülste der Seitenflügel
geln mit Foramina von vorn ; sind im Bereich der grossen
nach hinten ganz allmäh- ! Foramina etwas nach
lig verbreitert, ohne ! aussen erweitert, daher
plötzliche Erweiterung, die Fo- : hintenplötzlich vielbrei-
ramina sind üherhaupt kleiner. ! ter als vorn. Hinter der
Hinter der Naht der Diploso- | Naht der Diplosomite eine
mite weder eine Längsstri- ! dichte und sehr deutliche
chelung noch eine Einschnü- | Längsstrichelung, hin-
rung, daher zeigt der Rücken : ter dieser eine der Naht pa-
gegen die Naht keinen be- ; rallel laufende Einschnü-
sonderen Abfall. Seitenflügel !| rungsfurche. Der Rücken
nur mit Spuren von Höcker- : fällt im Profil deutlich ge-
chen, der Rücken daneben- | gen die Einschnürung ab. Sei-
ganz ohne dieselben. Seiten- ; tenflügel und der äussere Teil
flügel am Hinterrand gröss ; des Rückens mit zerstreuten,
tenteils im Bogen begrenzt, ! spärlichen und feinen Höcker-
am inneren Grunde mit lei- : chen. Seitenflügel am Hinter-
chter Einschnürung. Sei- rande gerade, am inneren
ten des Collum mit nurscwach ! Grunde ohne Einschnürung.
abgesetztem Seitenwulst, wel- Seiten des Collum mit kräf-
|
cher am Vorderrand nur un- | tig abgesetztem Wulst, welcher
deutlich fortgesetzt ist. auch am Vorderrand noch eine
| beträchtliche Sirecke im Bo-
| gen deutlich fortgesetzt ist.
L. vestitus thracius m. ist somit auch im Bau des
Rumpfes so sehr von cyprius unterschieden, dass beide Arten
sofort mit Leichtigkeit unterschieden werden können,. Leider
versagt Attems Diagnose seines vestitus hinsichtlich aller
in voriger Gegenüberstellüng enthaltenen Merkmale so vollstän-
dig, dass ich in dieser Hinsicht keine Handhabe für die Unter-
203
scheidung gewinnen kann. Natürlich gilt das in noch: viel‘ höhe:
rem Grade für die Beschreibung von Koch.
Am 2. Beinpaar des a sind die Hüften innen in einen
zitzenformigen, nach endwärts vorragenden, starken :Fortsatz
ausgezogen, an dessen innerer Äbschrägung sich eine Grube
befindet. Am oberen Ende dieser Grube liegt die feine Oeffnug
des die Hüfte der Länge. nach durchziehenden Samemveges.
' Vorkommen: Von Dr. Buresch wurden. gesammet
am 1.V.13 in S. O. Thracien am Kuru Dagh 3 £ 1 9,:am
20.1V. 14 in Südthracien bei Badoma. (bei Dege Adač) 2 g.
Die Wehrdrüsenporen befinden sich am 5. 7. 9. 10. 12. 13. und
15.—19. Ring. /'301,—321/, mm. Lg., $ 34 mm.
IV. UNTERGATTUNGEN VON LEPTOUILUS.
Der im Folgenden beschriebene Leptoiulus borisi
giebt mir Veranlassung eine schon längst von mir ins Auge
gefasste, natürliche Gliederung der. artenreichen Gattung
Leptoiulus vorzunehmen. Mit Leptoiulus ist es ge-
gangen wie mit zahlreichen andern Gruppen, anfangs als
Untergattung von ¿lulus aufgefast hat sie sich allmählig so
erweitert, dass notwendig eine weitere Gliederung vorgenommen
werden musste, was allerdings bei der grossen zahl der Arten
und der Complication der Charactere mit besonderen
Schwierigkeiten verbunden war. Die Gliederung von Lep-
toiulus in die nachfolgenden drei Untergattugen erfolgt je-
doch keineswegs nur in Folge der Zunahme der Arten, sondern
sie entspricht den Fortschritten unserer Kenntnisse namentlich
hinsich der vergleichend-morphologischen Beurteilung der Go-
nopoden.
A. Unkusbeine mässig hoch. Hüften. des 2. Beinpaares der
Männchen mit oder chne Fortsatz, vordere Beinpaare mit oder
ohne Polster. Prcemerite der Gonopoden meistens ohne oder
mit kleinem, seiten mit grcssem Innenlappen. Mesomerite nicht
selten wie bei Oroiulus, meistens aber ohne jene Auszei-
chnungen. Opisthomerite stets deutlich gesondert
in Sperma-und Flagellumabschmitt und jeder der-
selben mit einem mehr oder weniger auffallenden Fortsatz.
Phylacum der Opisthomerite meistens gross und stiefelschaft-
artig verbreitert, vorn meistens mit einer mehr oder weniger
zahnartig umgebogenen Ecke. Wenn das Phylacum aber schwä-
cher entwickelt ist, besitzt es doch eine dreieckig verbreiterte
Basis. Der Spermaabschnitt ist weder ungewöhnlich. vergrössert
204
noch auffallend gestreift. Das Velum ist stets vorhanden und
meistens mehr oder weniger sichelartig gekrümt.
1. Untergattung Leploiulus s. str. (Hierhin die
Mehrzahl der Arten.)
B. Unkusbeine gedrungen (Abb. 10) Hüften des 2. Bein-
paares ohne Fortsatz, die vorderen männlichen Beinpaare mit
Polstern. Promerite der Gonopoden (Abb. 8). mit grossem,
über die Hälfte ihrer Länge hinausragenden Forstatz-Innenlappen.,
Mesomerite mit auffallend abgesetztem und vorn tief ausge-
höhltem Endkopf (ms). Opisthamerite schmal gebaut, ohne
deutliche Sonderung in Sperma-und Flagellum-Abschnitt. Phyla-
cum (ph) sehr schwach entwickelt, indem es nur einen schma-
len, nach endwärts gerichteten Lappen darstellt, ohne dreieckige
Erweiterung der Basis. Velum vorhanden.
2. Untergattung Oroiulus n. (Hierhin gehören nur
die beiden Arten krüperi Verh. und borisi n. sp.)
C. Der Spermaabschmitt der Gonopoden-Opisthomerite ist
ungewöhnlich stark entwickelt, indem seine 3—3 La-
ppen nicht nur sehr vergrössert sind, sondern auch auffallend
gestreift. Die Lappen des Spermaabschnittes sind so mächtig
entwickelt, dass der vordere Rinnenblattfortsatz ganz verdrängt
worden ist, während der hintere kräftig entwickelt und selb-
ständig geblieblen. Das Velum fehlt. Phylacum gross und mit
umgeschlagener Zahnecke. Promerite mit Innenlappen. Hüften
am 2. männlichen Bainpaar stets mit einem dreieckigen, inneren
Fortsatz. Im Uebrigen stimmt diese Untergattung mit Leptoiulus
s. str. überein.
3. Untergattung Zamelloiulus m. (=Sectio La-
melliferi Verh. im 30, Diplopoden-Anfsatz, Ärchiv
f. Nat. 73. I. I. Bd., 3. H. Berlin 1908, S. 440).
Leptoiulus s. str. nimmt eine mittlere Stellung ein
zwischen der primitiven Gruppe Oroiulus und der deri-
vaten Lamelloiulus. Letztere Untergattung ist bekanntlich
osteuropäisch und besonders für die Karpathenländer sehr
charakteristisch, vermutlich auch in Bulgarien vertreten.
In ihrer äusseren Erscheinung stimmen die Angehörigen
der drei Leptoiulus-Untergattungen so weit überein, dass
sich kein durchgreifender Unterschied feststellen lässt.
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205
Der Leptoiulus Krüperi Verh. als erster bekannter
Vertreter von Oroiulus wurde von mir beschrieben im XVII.
Aufsatz, Diplopoden aus dem Mittelmeergebiet, Archiv f. Nat.
1901, Bd. I, H. 1, S. 95—96. Er unterscheidet sich von dem
nachfolgend beschriebenen borisi durch die im Endteil ein-
fach abgerundeten Mesomerite, durch ein viel kleineres und
niedrigeres, zugleich dreieckiges Velum der Opisthomerite, wäh-
rend das Phylacum zwar sehr schmal gebaut ist, aber entschie-
den länger als bei borisi, sodass es etwas über das Velum
hinaus greift. Das Solänomerit ist auch bei krüperi auffallend
einfach gebaut, gerade nach endwärts gerichtet und am Ende in
zwei kleine Läppchen ausgezogen, es überragt bedeutend das
Velum. L. krüperi ist zwar nur wenig grösser als borisi
besitzt aber beim œ” 107 Beinpaare. In der sehr feinen und we-
nig dichten Furchung der. Metazonite stimmen beide Arten
überein.
V. LEPTOIULUS (OROIULUS) BORISI n. sp.
d von 20 mm. Lange mit 81 Beinpaaren, 2 beinlosen Endringen,
85 2
Eee ar ER SE i
g » 25 ” » ”» 87 ” 2 ” ”
Furchung der Metazonite fein und ziemlich weitschichtig. Drü-
semporen klein und weit hinter der Naht gelegen. Körper tief
schwarz. Beine wenig heller.
Endfortsatz lang, spitz und gerade, Subanalplatte mit klei-
nem Spitzchen.
Gnathochilarium des g” hinter der Mitte nur mit wenigen
Borsten, Innantaster mit 4+4 Sinneszäpfchen.
Vordere Beinpaare des / an Postfemur und Tibia mit fei-
nen Polstern. Hüften des 2 Beinpaares einfach. 7. Pleurotergit
des g” (Abb. 9) am Unterlappen vorn und hinten stumpfwinke-
lig ausgebuchtet, innen breit gebogen. Der Innenlappen besitzt
unten vor der Mitte eine quere Aushöhlung und vor derselben
eine gebogene Querleiste, am Hinterrand ragt e'n halbkreisför-
miger Lappen vor. 1. Beinpaar des g” mit sehr gedrungenem Telo-
podit (Abb. 10) an welchem ausser dem stark eingekrümmten
Unzus nur ein borstenloses Praefemur abgesetzt.
Die Promerite (pr. Abb. 8) der Gonopoden sind hin-
ten tief ausgehöhlt, neben der Aushöhlung findet sich innen ein
Höcker und hinter diesem ein breiter, bis über die Mitte rei-
chender Innenlappen. Die Mesorite (ms) besitzen einen keuligen
Endkopf, welcher vorn tief löffelartig ausgehöhlt ist, ausserdem
hinter der Mitte ausgebuchtet und am Ende neben der Bucht
mit feinen Wärzchen besetzt.
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206
An den verhältlich sehr einfachen Opisthomeriten bemerkt
man in der Endhälfte ein grosses, glasiges, fast halbkreisförmig
nah vorn gerichtetes Velum-Blatt, während das sehr schmale
Solänomerit (pr) nach vorn. gebogen und am Ende in zwei
Spitzchen ausgezogen ist. Neben dem Solänomerit und dicht an
dieses angedrückt zeigt sich ein niedriges, am Endrande völlig
abgerundetes Phylacum (ph).
Die Unterschiede von Krüperi Verb. wurden schon oben
genannt. |
Vorkommen: Von S. M. König Boris wurde diese
Art im Pirin-Gebrige. Maced.niens gesammelt und zwar 6 g
1-9 und 1 j. 2 unter Kalksteinen an 4. 7. 24 in2750 m. Höhle.
. VI. APFELBECKIELLA BULGARICUM n. sp.
Die sehr e'genartige, isolirt stehende Gattung Apfelbeck-
iella wurde zuerst, von. V. Apfelbeck bei. Constantinopel
entdeckt und beschrieb ich die typische Art A. byzantinum
Verh. in meinem XX. Miriapoden-Kufsatz, Diplopoden
des östlichen Mittelmeergebietes, Archiv f. Naturg. 1901, Bd. |,
H. 3; S, 261 und 262. Meine damals gegebene Gattungscharac-
teristik stimmt vollkommen auch für die folgende neue Art,
ausgenormen ‘die beilirtigen Fortsätze der Promerite, welche
byzantinum sehr auszeichnen, bulgaricum dagegen völlig
fehlen Aber auch die Enden der hinteren Gonopoden sind bei
letzterer Art nicht beilirtig gestaltet, sondern eher anker-
förmig zu nennen (ms Abb. 6).
A. bulgaricum: æ 30'/, mm, lg. mit 87 Beinpaaren
und 2 beinlosen Endringen. Einfarbig graubraun, Körper glatt
und glänzend. Barstentragende Scheitelgruben fehlen. Ocellen
fehlen. Backen des g” mit abgerundet - dreieckigen Lappen
weit. vorragend.
Collum - Seitenränder mit stumpfwinkeliger Randfurche,
wodurch ein abgerundet-dreieckiges Läppchen abgesetzt wird,
sonst glatt.
Ueber dem Labrum Rand eine tiefe, gebogene Querfurche
dahinter eingestochene Punkte und: Runzeln. Stirn und Scheitel
glatt, ohne Medianfurche.
Analklappen dicht und lang behaart, Präanalsegment ohne
Fortsatz, hinten nur stumpfwinkelig vorragend, vor der Vorragung
mit zerstreuten _Borsten.
Pro-und Metazonite spiegelglatt, die letzteren nur im Be-
reich der Beine und etwas oberhalb derselben weitläufig längs
gefurcht, d. h. die Längsfurchen hören schon weit unterhalb der
Foramina vollständig auf, übrigens biegen sie vorn mehr oder
weniger nach oben um. (Abb. 7).
207
Die tief eingegrabenen Nähte sind kräftig gekerbt, die
grossen Foramina liegen bald mehr bald weniger weit hinter der
Naht.
Labrum in der Mitte dreizähnig, das Gnathochilarium ver-
hältlich breit, hinter der Mitte der Stämme eine Gruppe von 11
Borsten, Innentaster mit je 7 Sinnesstiften. Das Prementum ragt
hinten als stumpter Keil etwas zwichen die Stämme, an den
Seiten ist es abgerundet-stumpfwinkelig, es erreicht etwa ein
Drittel der Länge der Zungenplatten.
Uncus am 1. Beinpaar des g fast saraila nach vorn
gerichtet und daher- auffallend weit von einander. entfernt, Felo-
podite mit reichlich beborsteten, quercvalem Präfenur-Abschnitt,
ausserdem mit beborsteten und höckerig vorragendem Femur-
Abschnitt. Uncus staık eingekrümmt und am Ende: Stumpf;
2. Beinpaar des / mit einfachen Hüften, Postfemur und Tibia
mit sehr d>utlich und dicht gestrichelten Polstern, die ‘der Tibia
am Ende gegen den Tarsus vargezogen. Vom 3, Beinpaar an
tritt auch noch am Femur ein g:stricheltes Polster auf. `
Unterlappen am 7. Pleurotergit des g hinter der Gonopo-
dentas:he mit starkem Zapten nach unten vorragend, (Abb. 7)
hinten ist der Zapfen durch eine stumpfwinkelige Bucht abgesetzt.
Ausserlich stimmt diese Art mit byzantinum fast ganz
überein, aber am Analsegment ist die Behaarung dichter und
länger. `-
Die vorderen Gonopoden (Abb. 5) welche an der
Basis vor dem medianen Knoten (k) in welkhem die Promerite
verwachsen sind, durch ein dreieckiges Sternitstück (v) gettrent
bleiben, sind durch eins tiefe äussere Einbu:htung hinter der
Mitte stark keulig verbreitert. Am Ende innen findet sich eine
kleine stumofwinkelige Bucht, aber die biden Fortsätze welche
die Promerite des byzantinum auszeishen, fehlen hier
vollständig. Auf:der Hinterfläche beginnt neben dem Mediankno-
ten jederseits eine starke Längsrippe (Ir), welche in der
Grundhälfte dreieckig verbreitert ist, am beborsteten Ende aber
abgerundet und mit diesem ein wenig über das Ende des Pro-
merit hinausschaut,
Die ganz eingenartig gestalteten hinteren: iG. n»poden
(Abb. 6) sind vollkommen nach demselben Typus gebaut wie
diejenigen des byzantinum. Das Auffallende dieses Typus
liegt besonders darin, dass de Mesomerite (ms), im Ge-
gensatz zu den meisten andern luliden, viel stärker entwickelt
sind als die Opisthomerite (op) welche nur wie ein klainer,
am Ende schraubig auslaufender Anhand an ihnen erscheinen.
Die hinteren Gonopoden, mit ihren Stützen fest verwachsen, ver-
schmälern sicn ganz allmählig von grund-nach endwärts, Das an-
kerartig verbreiterte Ende ist abgeschrägt und ‚seine beiden
Reste sind von: verschiedener Länge, beide abgerundet und oah
eine Schrägleiste verbunden. Cg '
208
Vorkommen: Strandza-Gebirge in S. O. Bulgarien, 3. IV.
1922 beim Dorfe Wurgari ein f! und ein Jungmännchen, von D.
Iltschew gesammelt.
VII. TYPHLOIULUS BURESCHI VERH.
Diese Art ist in Bulgarien offenbar die häufigste der Ga-
ttung und scheint im Gebiete weit verbreitet zu sein. Neuer-
dings lagen mir zahlreiche Stücke vor und zwar aus der Toplja-
Höhle beim Dorfe Golema Zelesna im Lovec-Bezirk, 3. X. 25 ge-
summelt von N. Radew und aus der Hajduschka-Dupka bei Kar-
luk2wo 9. 1X.23 gesammelt von. Dr. Buresch und Radew.
1 2 stamnt aus der Temnata-Dupka-Höhle bei Lakatnik, 1. IV.
Dr. Bu resch.
d 231/2 mm. Ig. mit 81 Pelnpaarea und 2 beinlosen Endringen,
To I n NES. » Endring,
Larve Pla ai a er 3 k 6
26 Rumpfringen. Antennen 8 gliedrig. Die Hinterränder aller
Ringe lang abstehend beborstet.
VII. PACHYIULUS.
1. Pachyiulus flavipes Latzel. Badona bei Dede-
Agatsch, 20.1V. 1914 Dr. Buresch, 1 /, 13 9.
2. Pachyiulus hungaricus Latzel. Am Witoscha
beim Bojana-Wasserfall, 1400 m. Höhe 1./, 1%, Dr. Buresch.
d' 58 mm. lg. mit 107 RERaglen 2 beinlosen EB
x 70 » » 107 2 ;
Bei Rilski- Monastir 3. v1. 14: A 9 in 1000 m. Höhe.
IX. BULGAROSOMA BURESCHI Verh.
d 14—14!/, mm. lg, 9 14 mm. lg. mit ausgestülpten
Cyphopoden. Larven mit 26 Rumpfrngen 19 mm, mit 23 R.
7 mm. lg.
Die Hinterstirn des / zwischen den Antennen erscheint
im Profil weit höckerartig vorgezogen. Scheitel mit
Mediannaht, jederseits mit Längsleiste, welche dicht ober-
halo der Antennengruben endet. Vor ihrem Ende beginnt die
Querrippe der Stirn, welche aussen langsım ansteigt, aber
in mittleren “Drittel in_breitem Bogen abgerundet ist. Die Aus-
zeichnung auf der männlichen Stirn erscheint also von vorn
oder hinten als Querrippe, von der Seite als grösser Höcker.
Unterh:lb der seitlichen Längsleisten des Scheitels, weit
hinter den Antennengruben münden die Schläfenorgane,
deren ‚geringelter Gang doppelt so lang wie breit im Innern auf
der Basis einen grossen Sinneskegel trägt.
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209
8—11. Beinpaar des g! innen am Ende des Präfemur mit
abgerundetem Höckerchen, am 11. Beinpaar auch innen in der
Mitte des Piäfemur eine kleine häckerige Wölbung, Hüften
des 11. Bzinpaares am Ende mit Höcker, ebensa aber etwas
schwächer auch am 10.
Hinsichtlich der Gonopoden verdient noch Folgendes
hervorgehoben zu werden:
Die inneren Fortsätze am Coxosternum der hinteren Gono-
poden parallel nach endwärts gerichtet, von einander nicht-
weiter als von den äusseren Fortsätzen entfernt. In der Mitte
werden die inneren Fortsätze durch eine dreieckige, spitzwin-
kelige Bucht getrennt, an welche sich eine kurze Mediannaht
anschliesst. Ein Aufsatz im Sinne von AÄnthroleu-
cosoma fehlt also in der Tat vollständig. Die inneren
Fortsätze mit ihrer erweiterten Basis entsprechen vielleicht den
Coxiten, die äusseren den Telopoditen.
Bei Anthroleucosoma dagegen sind jederseits beide
Fortsätze dicht zusammengerückt, durch den Aufsatz nach aussen
gedrängt und zugleich viel schwächer entwickelt. Man kann aber
auchdie inneren FortsätsealsAufsatz auffassen, zumal
sie mit dem Sternit ganz verwachsen sind. Dann würde der
Aufsatz, im Gegensatz zu Antroleucosoma, tief ges-
palten sein und nur die äusseren Fortsätse den Gonopoden
ents>rechen. Hierfür spricht der Umstand, dass lange und kräf-
tige Muskeln den ausseren Grund der äusseren Fortsätze be-
dienen, Muskeln welche von den Innenästen der Tracheentäschen
herk :mmen und zwar sowohl von der zugehörigen als auch der
g’genüberliegenden Seite.
Der kreuzförmige Aufsatz der vorderen Gonopoden
ist das unpaare Mittelstück eines Syncoxit, dessen Seiten-
teile viel niedriger sind, aber nach der Mitte dreieckig ansteigen,
um mit diesem dreieckigen Mittelteil einen Träger des kreuz-
förmigen Aufsatzes zu bilden. Die ausgehöhlten und am Ende
zerfaserten Aeste neben jenem stellen die Telopodite vor. Man
kann also sagen dass:
Bulgarosoma einen unpaaren Aufsatz an den vorde-
ren Gonopoden und
Antproleucosa einen unpaaren Aufsatz an don hin-
teren Gonopeden besitzt. % Hüften des 2. Beinpaares noch
etwas breiter als lang, innen hinter dem Sternit in der Grund-
halfte median dicht zusammengerückt, in der Endhälfte unter
fast rechtem Winkel schräg auseinander gehend, auf dieser
Strecke ein kleiner stumpfer Höcker mit Borste. Hüften des 3-
Beinpaares des $ ungefähr so lang wie breit, vollkommen ge-
trennt, schäg anseinander stahend, Präfemur etwas aufgeschwol-
len, 1'/; mal länger als breit, aussen hinter der Basis einge-
14
Hss. na Bear. EnTOM. -B0
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schnürt und daher etwas keulig. 4. Beinpaar ebenso, aber Prä
femur reichlich doppelt s» lang wie breit.
Die Ergänzung der vorigen Beschreibung ermöglichte mir
der Umstand dass mir Herr Dr. Iwan Buresch neuerdings aus der
Ledenik-Höhle eine Serie Individuen zur Untersuchung schickte,
welche am 6. X125 daselbst g=ssamelt wurden. Es befanden sich.
darunter nicht nur einige reife Pärchen sondern auch 3 Larwen mit
23 Rumpfringen neben 16 Larwen mit 26 und 28 Rumpfringen.
ERKLÄRUNG DER ABBILDUNGEN:
Taf. VI.
Abb. 1—3. Brölemannia bulgaricum n. sp. £
1. Enhälfte eines Gonopoden — Telopodit, X 56.
sp. Spermaranal, ka Kanalast, z Zahn, g Seitenast des
Femoralabschnittes,
2. Grundhälfte eines Gonopoden - Telopodit, X 56.
Der teil x von abb. l ist an x Abb. 2 angesetzt zu denken,
die Basis des Telopodit mit der Blase ist fortgelassen,
f der Spiessankang, sk Spermakanal, tr Tracheen, y k
Grenze zwischen präfemoralem und femoralem Abschnit.
3. Die Enhälfte eines grossen Cexithornes, X 56.
Abb. 4 Leptodesmus vestitus thracius n.
subsp. g.
'Gonopoden —Telopodit nebst Coxalhorn (cod) von innen her
gesehen, X 56.
Abb. 5—7. Apfelbeckiella bulgaricum n. sp. £.
5, Promerite der Gonopcden in der Vorderansicht, v Sternitteil,
k Medianknoten, Ir Längsrippen, X 56.
6. Ein Mesomerit (ms) nebs kleinem Opisthomerit, von innen
betrachtet, X 56.
7. Ein Unterlappen des 7. Rumpfpleursterait dp Vordergrenze
der Duplicatur, X 56.
Abb. 8—10 Leptoiulus (Oroiulus)borisi n. sp. f..
8. Beide linke Gonopoden in natürlichem Zusammenhang, In-
nenansicht, das Flagellum. (fl) wurde nur teilweise einge-
zeichnet X 125.
pr Promerit, ms Mesomerit, op Opisthomerit, ph Phyla-
cum, ve Velum.
9. Ein Unterlappen des 7. Pleurotergit, Innenansicht X 56.
10. Linken 1. Bein von hinten betrachtet, v Sternitstück, co Co-
xit, prf Präfemur, u Uncus X 125.
K. Verhoeff — Diplopoda Bulgariens II. Taf. VI.
Mitteil. d. Bulg. Entom. Gesell. Bd. lIl. 1926.
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